[ˈmoːlə] bei der DGSA-Jahrestagung 2026
Einem aktuellen und drängenden Schwerpunkt in der Analyse der gegenwärtigen autoritären Verschiebungen des Sozialen widmte sich im April 2026 die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA): den demokratiefeindlichen Entwicklungen und Eingriffen in Kontexten der Sozialen Arbeit. Rund 650 Teilnehmende waren der Einladung der Fachgesellschaft gefolgt.
Aktiv und mit einem eigenen Beitrag dabei war auch das [ˈmoːlə] Modellprojekt Lehrkonzept. Projektkoordinatorin Anke Hoffstadt stellte am zweiten Tagungstag vor beeindruckend zahlreich erschienenen, kritisch solidarischen Teilnehmenden erstmals ausführlich aktuelle Ergebnisse der Projektarbeit vor. Die Resonanz war enorm, der Seminarraum an der gastgebenden Hochschule Niederrhein platzte aus allen Nähten.
Auf Neugier und Interesse stieß der 90-minütige Workshop auch deshalb, weil er in dieser kurzen Zeit unterschiedliche Perspektiven und verschiedene Fragen an den Ort ›Hochschule‹ im Kontext extrem rechter Einflussnahmen auf die Soziale Arbeit zusammenführte – bewusst also mehrere Dimensionen einbezog: von Hochschulen als Struktur und Institution im Professionsgefüge; als Orte professionsbezogener Qualifzierung und – nicht zuletzt: als Standort für forschungsbasierte Handlungswissenchaften.
Das Workshop-Panel war entsprechend mutliperspektivisch gesetzt: Julia Besche (HAWK Holzminden) referierte zum Start des Workshops zu Wahrnehmungen von Lehrenden zu recht(sextrem)en Äußerungen im Kontext des Studiums der Sozialen Arbeit. Anke Hoffstadt brachte für das [ˈmoːlə] »Modellprojekt Lehrkonzept« im zweiten Beitrag des Panels erste Vorschläge mit, wie es gelingen kann, Wissen und Handlungssicherheit im Umgang mit extrem rechten Positionen im Praxisalltag der Sozialen Arbeit auch und gerade bereits als Gegenstand der Hochschulqualifizierung von Fachkräften zu stärken – und das bereits für Bachelorstudierende, zu Beginn der Fachqualifizierung durch das Hochschulstudium und als integrierter Teil der Studienangebote in den Regelstrukturen. Anja Wiede (TU Dresden) und Peps Gutsche (Alice-Salomon-Hochschule Berlin) empfahlen zum Abschluss des Workshops in ihrem Beitrag zu Prävention und Antworten zu rechten Landnahmen an Hochschulen der Sozialen Arbeit, Verwaltungshandeln als Schutz- und Resilienz-Ressourcen einzubeziehen.
Mit diesem Dreiklang wies das Panel, zu dem die rund 45 Teilnehmenden abschließend in den Austausch gehen konnten, darauf hin, dass Hochschulen als Orte, Instanzen, Strukturen und Schnittstelle mitgedacht werden sollten, wenn es um Prävention, Schutz und Haltung im Kontext einer Sozialen Arbeit als menschenrechtsorientierter Profession geht, die sich auch zu rechten Landnahmen klar positioniert – und positionieren kann.