Profil

Die 1987 von Prof. Christiane Rajewsky als »Arbeitsstelle Neonazismus« gegründete Einrichtung wurde 1994 durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Wissenschaft und Forschung als »Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus« anerkannt.

Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, auf der Basis kritischer wissenschaftlicher Analysen zur extremen Rechten sowie zu Erscheinungsformen und Theorien der Ungleichheit/Ungleichwertigkeit das Engagement für nachhaltige demokratische und zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken.

Neben Grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung ist daher ein wichtiges Arbeitsfeld die Qualifizierung und beratende Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteur_innen sowie von Sozialarbeiter_innen und Pädagog_innen, die sich – etwa in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld – mit Alltagsrassismus oder Aktivitäten der organisierten extremen Rechten konfrontiert sehen.

In Verbindung mit der wissenschaftlichen Analyse werden zur Sensibilisierung entsprechende Publikationen, Projekte, Veranstaltungen und Qualifizierungs- bzw. Beratungsangebote angeboten – häufig in Kooperation mit anderen Akteur_innen im Land Nordrhein-Westfalen.

Seit seiner Gründung hat der Forschungsschwerpunkt zahlreiche Forschungs- und Transferprojekte zur Weltanschauung und Praxis der extremen Rechten, zu aktuellen Erscheinungen von Alltagsrassismus und Ausgrenzungsmechanismen, zum Nationalsozialismus und seinen Folgen sowie zu Fragen des interkulturellen Dialogs durchgeführt.

Die Arbeit des Forschungsschwerpunktes ist eng mit der Lehre im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften verbunden. Prof. Dr. Virchow bietet regelmäßig Veranstaltungen zur Analyse entsprechender Phänomene und ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit sowie zu den Grundlagen zivilgesellschaftlichen Engagements an.

Der Forschungsschwerpunkt führt Forschungs- und Transferprojekte auch in Kooperation mit nationalen und internationalen Partner_innen durch.

Die Einrichtung wurde von 1987 bis zu ihrem Tod von Prof. Christiane Rajewsky geleitet.  Zwischen 1994 und 2008 war Prof. Dr. Wolfgang Dreßen für die Arbeit des Forschungsschwerpunktes verantwortlich. Nach der kommissarischen Betreuung durch Prof. Dr. Rainer Rotermundt (2008-2010) leitet seit März 2010 Prof. Dr. Fabian Virchow den Forschungsschwerpunkt.

Im Bereich der Projektleitung arbeiten Dipl. Soz.-Päd. Adelheid Schmitz und Dipl. Soz.-Wiss. Alexander Häusler. Ebenfalls an den Forschungsschwerpunkt angegliedert ist der Erinnerungs- und Lernort “Alter Schlachthof”, der von dem Präsidiumsbeauftragten Dr. Joachim Schröder betreut wird.

Die Mitarbeiter_innen des Forschungsschwerpunktes forschen und publizieren u.a. zu:

  • Rechtspopulismus (Alexander Häusler)
  • Aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten (Alexander Häusler)
  • Frauen und Rechtsextremismus; Maskulinismus (Adelheid Schmitz)
  • Politisch-pädagogische Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus und (Sozial)Rassismus (Adelheid Schmitz)
  • Geschichte des Nationalsozialismus (Joachim Schröder)
  • Aufarbeitung/Kontinuitäten des Nationalsozialismus (Joachim Schröder)
  • Demonstrationspolitik der extremen Rechten (Fabian Virchow)
  • Medien und extreme Rechte (Fabian Virchow)
  • Staatliche Verbotspolitik gegen die extreme Rechte (Fabian Virchow)

Der Forschungsschwerpunkt gibt seit 2011 beim Verlag für Sozialwissenschaften die »Edition Rechtsextremismus« heraus und hat im Jahr 2011 erstmals einen Nachwuchspreis ausgeschrieben.