Sozialrassismus
Die historischen Erfahrungen zeigen: das Streben nach einer „leidfreien“ Welt war in der modernen Gesellschaft oft verbunden mit sozialrassistischen Denkweisen und Praktiken, die im Nationalsozialismus ihr extremstes Ausmaß erreichten. Die Etikettierung, Diffamierung und Ausgrenzung von Menschen als „minderwertig“, „unnütz“ oder „lebensunwert“ wurde lange vor 1933 u.a. von angesehenen Wissenschaftlern eingeleitet. Vor dem nationalsozialistischen Massenmord an jüdischen Männern, Frauen und Kindern wurden hunderttausende Menschen als „nicht lebenswert“ definiert, viele von ihnen zu Menschenversuchen missbraucht, zwangssterilisiert und ermordet.
Vor diesem Hintergrund wurde in diesem Projekt untersucht und dokumentiert, wie heute mit Menschen umgegangen wird, die keinen Platz (mehr) in der leistungsorientierten Arbeitsgesellschaft haben, die leistungsgemindert, behindert, schwerstkrank sind.
Im Rahmen von Tagungen, Seminaren, work-shops und Publikationen wurden konkrete Beispiele und Hintergründe eines aktuellen Sozialrassismus analysiert, diskutiert und dokumentiert.
