Ästhetische Mobilmachung.
Andreas Speit (Hg.), mit Beiträgen von Christian Dornbusch.
Hamburg, Münster 2002
ISBN: 3-89771-804-9
Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien.
282 Seiten, 8 Bildtaf., Kart., 16,- EUR
Innerhalb von Dark Wave und Industrial festigt sich jenseits des Neonazi-Skinhead-Rocks eine rechte Musikszene, die sich zwischen Mythos und Ästhetik bewegt. Doch die Mythen sind nicht ohne Tradition und die Ästhetik ist nicht ohne Ideologie.
Sound, Lyrics und Performance transportieren antidemokratische und antiemanzipatorische Motive, die von der boomenden Szene nicht nur toleriert, sondern auch akzeptiert werden.
Die Autoren stellen die vielschichtige Rezeption rechter Ideologien in der Independent-Szene dar, benennen die unterschiedlichen Motivationen der Akteure und zeigen die verschiedenen Kontakte zur extremen Rechten auf. Nach einer allgemeinen Darstellung der Schwarzen Szene werden insbesondere ihre rechten Labels, Bands und Publikationen analysiert. Exemplarisch untersuchen die Autoren die Zeitschrift >Sigill<, jetzt >Zinnober<, sowie deren Umfeld und beschreiben die Band Death In June und deren internationale Verbindungen zur extremen Rechten. Außerdem wird in einem eigenen Kapitel das Phänomen der >Neuen Deutschen Härte< beleuchtet.
Inhalt
Hans Wanders
The wonderful and frightening World of …
Gothic, Grufts und Industrial – die Schwarze Szene und deren Musik im Überblick
Jan Raabe, Andreas Speit
L’art du mal
Vom antibürgerlichen Gestus zur faschistoiden Ästhetik
Christian Dornbusch
Von Landsertrommeln und Lärmorgien
Death In June und Kollaborateure
Thomas Naumann, Patrick Schwarz
Von der CD zur >Lichtscheibe<
Das Kulturmagazin Sigill
Christian Dornbusch, Jan Raabe, Andreas Speit
Synergie-Effekte
Bewegungen zwischen Schwarzer Szene und braunem Spektrum
Stephan Lindke
Der Tabubruch von heute ist der Mainstream von morgen
Die >Neue Deutsche Härte< als ästhetisches Spiegelbild der wiedererstarkten Nation